Bhutan

Bhutan – Laya – Gasa Trekking 12 Tage plus Kultur 4 Tage

Meine persönlichen Bhutan Highlights und Sehenswürdigkeiten

Anreise

Mit der staatlichen Fluggesellschaft Druk Air fliege ich von Delhi nach Paro. Die Anreise ist bereits ein grossartiges Erlebnis. Die höchsten Berge der Welt mit dem Mount Everest ziehen am linken Fenster vorbei. Dann kommt der unglaubliche Anflug: die erfahrenen Piloten der Druk Air steuern das Flugzeug in das enge Paro Tal um dann kurz vor der Landung im Talboden noch um zwei Ecken zu fliegen. Es erstaunt nicht, dass ausschliesslich Druk Air Piloten diese äusserst schwierigen Starts- und Landungen machen dürfen.
Zu Fuss geht es dann vom Flugzeug ins Flughafengebäude, ein Flughafengebäude verziert mit Malereien und Holzschnitzereien. Während der Reise lerne ich dann, dass kein einziges Gebäude in Bhutan ohne diese Verzierungen errichtet werden darf. Dies schafft Arbeitsplätze, die Traditionen bleiben erhalten und keine hässlichen Gebäude im ganzen Land stören das Auge.

Trekking entlang von 7000er Himalaya-Berge

Ich treffe die anderen Trekking-Teilnehmer vor dem Flughafen:  3 Österreicher, 4 Deutsche und ich als einzige Schweizerin. Der erste Eindruck täuscht mich nicht, es ist eine lustige und homogene Gruppe, alle mit demselben Ziel: Bhutan zu Fuss weitab von Zivilisation und nahe der spektakulären Bergwelt zu erleben.
Am ersten Tag steht der Besuch des bekannten Tiger-Nest-Kloster auf dem Programm. Nach einem Aufstieg von ca. 2  Stunden durch einen Wald erblickt man dann mit eigenen Augen das Kloster, welches sich weit über dem Tal an eine Felswand schmiegt. Ein magischer Augenblick.

Nach dem Abstieg eine 2 stündige rumpelnde Fahrt zum Ausgangspunkt unseres Trekkings. Die Zelte sind bereits aufgestellt und bereit von uns Teilnehmern bezogen zu werden. Fast zwei Wochen schlafe ich nun im Zelt, eine dicke Thermomatte, ein guter Daunenschlafsack für Minustemperaturen und eine Bettflasche,  fertig ist mein 1000-Sterne Hotel! Die nächsten Nächte, wir übernachten meist zwischen 4000 und 4600 MüM, sind die Temperaturen nachts meist deutlich unter Null Grad. Im Zelt im warmen Schlafsack ist dies jedoch kein Problem. Ausser…..  da bin ich ganz ehrlich….  der nächtliche Gang zur Toilette braucht Überwindung.

Dann geht’s los endlich los. Kleine flinke Himalaya-Pferde tragen das Gepäck, die Zelte und die Lebensmittel. Nach unserem Abmarsch wird das Zeltlager abgebaut und die Pferde beladen. Irgendwann im Laufe des Tages überholen uns dann die Pferde mit ihren Betreuern um vor uns beim nächsten Rastplatz einzutreffen und das Lager vorzubereiten.

Wir wandern nun entlang eines Bergbaches aufwärts, sehen die ersten Yaks, kommen an einsamen Höfen vorbei. Der dritte Rastplatz ist bereits am Fusse des Jomolhari, eines wunderschönen 7000er Himalaya-Riesen. Jeder Rastplatz während des Trekkings ist wunderschön, manchmal einsam an einem Bach, manchmal auch in einem Dorf,  wo wir uns bei Einheimischen beim Tee aufwärmen können. Wir wandern über hohe Pässe, durch einsame Täler und immer die schönen weissen Gipfel im Blick. Wir besuchen Schulen, wo die Kinder bereits ab 5 Jahren teilweise wochenlang von ihren Eltern getrennt zur Schule gehen, weil der Schulweg zu weit ist. Bereits in der 1. Klasse wird Englisch unterrichtet und an der Wand bei den 5.Klässlern sind chemische Formeln zu lesen von denen  ich noch nie gehört habe.

Jeden Tag wandern wir 6 bis 8 Stunden, unterbrochen von einer Mittagsrast, wo wir von unserem Küchenteam mit einer einfachen warmen Mahlzeit verwöhnt werden. Rund 160km wandern wir insgesamt, der höchste Pass 5000 MüM und einen namenloser Gipfel von 5200 MüM als höchsten Punkt unseres Trekkings.

Gegen Ende des Trekkings kommen wir in das grösste Dorf während des Trekkings:  Laya.  Die schön verzierten Häuser und die hunderte Pferde und Esel die frei herumlaufen zeugen von einem gewissem Wohlstand. Ein Wohlstand, der ein in der Gegend heimischer, aber doch seltener Pilz gebracht hat. Chinesische Händler kommen über die nahe Grenze und bezahlen viel Geld für diesen Pilz. Soviel, dass leider einige Eltern die Kinder irgendwann nicht mehr zu Schule sondern zum Pilze sammeln schicken.

Am 13. Tag erreichen wir wieder eine befahrbare Strasse und damit die Zivilisation. In heissen Quellen können wir endlich wieder Wasser im Übermass geniessen.

Per Bus über eine haarsträubend gefährliche Strasse erreichen wir nach ein paar Stunden Fahrt Punakha. Punakha ist neben der Landschaft bekannt für wunderschönen Dzong welcher am Zusammenfluss zweier Flüsse liegt. Ein Dzong ist eine Klosterfestung. Die verbleibenden 4 Tage sind nun noch der Kultur gewidmet, wir besichtigen die wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten im Punakha Tal und in Thimpu, der Hauptstadt Bhutans.

Eine Reise nach Bhutan ist eine Reise in eine andere Welt. Ohne Kommerz, kein Mc Donald, kein Shopping mit chinesischer Billigware. Die Traditionen werden staatlich gefördert um nicht zu sagen durchgesetzt, der Einfluss von aussen staatlich limitiert. Das einzige Land welches seinen Reichtum in Form von Glück misst. Ich weiss nicht, ob die Bewohner Bhutans glücklicher sind als anderswo, aber ich habe nur freundliche, liebenswerte Menschen angetroffen, ich habe nirgends Elend oder Bettler gesehen. Es gibt keine Hektik, kein Verkehrschaos, alles ist ruhig und friedlich und die religiösen Traditionen allgegenwärtig.

Mein kulinarischer Tipp: Wie überall im Himalaya sind Momo’s nicht zu verpassen. Das sind gedämpfte Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen. Eigentlich sind Momo’s  Fast-Food aber ungleich leckerer als das westliche Pendant. Nach 2 Wochen Trekking-Küche sehnt man sich nach Abwechslung auf dem Teller und der Momo-Contest (wer am meisten Momo’s essen kann)  habe ich für mich entschieden.

Unbedingt probieren in Bhutan sollte man einen Yak-Burger. Auch dies ein Highlight nach einem Trekking mit mehrheitlich vegetarischen Gerichten.

Mein Unterkunftstipp: Hotel Uma Paro
Traumhafte Lage mit Blick über das Paro Tal.

Im Anschluss an das Trekking habe ich meinen Aufenthalt in Bhutan noch in diesem Hotel verlängert. Ich konnte so die vielen schönen Eindrücke verarbeiten und einen letzten Yak-Burger geniessen.

Mein Restauranttipp: Restaurant im Hotel Uma Paro.

Abreise

Wie der Anflug ein letztes eindrückliches Erlebnis: nach dem Abheben muss der Pilot die Maschine steil nach oben ziehen um aus diesem engen Tal zu gelangen. Und bald darauf sieht man ihn wieder, diesmal aus dem rechten Fenster: den Mount Everest!

November 2017 / Marlis Spring

2018-10-07T17:19:54+00:00